2010-06-29

Mini-Rezension: Kindle for Android

Amazon hat Kindle for Android veröffentlicht und erweitert damit sein Angebot an Lesesoftware für mobile Geräte. Als begeisterter Nutzer eines “echten” Kindle habe ich mich natürlich sehr darauf gefreut, meine Bücher auch dann lesen zu können, wenn das Gerät mal zuhause auf mich wartet.
Nach dem Start präsentiert sich ein hübscher Hauptbildschirm, der die aktuell auf das Gerät herunter geladenen Bücher zeigt. Wenn Sie das Programm zum ersten Mal öffnen, ist er folglich leer. Um ein Buch herunter zu laden, muss nur das Menü geöffnet und Archived Items angeklickt werden.
Der Hauptbildschirm
Der Hauptbildschirm
 Hauptbildschirm mit geöffneten Menü
Hauptbildschirm mit geöffneten Menü
Der Menüpunkt Kindle Store öffnet den Webbrowser und zeigt die gleichnamige Seite an.
Lesefutter online – der Kindle Store
Lesefutter online – der Kindle Store
Hat man auf dem Hauptbildschirm ein Buch ausgewählt, wird dies in der Leseansicht angezeigt.
 Leseansicht mit eingeblendeten Statusinformationen
Leseansicht mit eingeblendeten Statusinformationen
 Leseansicht mit geöffneten Menü
Leseansicht mit geöffneten Menü
Mit Hilfe der View Settings lassen sich Schrift- und Hintergrundfarben, Schriftgröße sowie Displayhelligkeit einstellen.
 Die so genannten View Settings
Die so genannten View Settings
Die Software reagiert auf meinem Nexus One sehr angenehm und schnell. Trotz des im Vergleich zum echten Kindle kleinen Displays macht das Lesen großen Spaß. Das Blättern mittels Tipp- oder Wischbewegungen ist intuitiv und stört den Lesefluss nicht. Meiner Ansicht nach ist das Programm eine ideale Ergänzung für jeden Kindle-Nutzer.

2010-06-28

Scribbeln in seiner schönsten Form

Scribbles sind mit Stift und Papier(-ähnlichen Materialien) angefertigte Grobentwürfe. Sie dienen vor allem dazu, eine Grundidee zu visualisieren. Weder steht grafische Präzision noch handwerkliche Vollkommenheit im Vordergrund. Scribbles lassen sich praktisch überall anfertigen – ein Stift ist immer aufzutreiben und “was zum drauf malen” ist auch irgendwie vorhanden, sei es die leere Zigarettenschachtel oder die (unbenutzte) Serviette.
Seit geraumer Zeit kann man von der in Seattle ansässigen Firma UI STENCILS Utensilien erwerben, die das Scribbeln sozusagen perfektionieren. Da gibt es wunderbare Schablonen aus Aluminium, die wichtige Elemente von Webseiten, iPad und iPhone enthalten. Einfach mit einem Bleistift nachmalen und schon hat man ein perfektes Bedienelement. Abgerundet wird das Ganze, wenn man nicht auf einfaches weißes Papier malt, sondern Vorlagen verwendet, die maßstabsgetreu das Gehäuse von iPads, iPhones oder Safari-Browserfenstern zeigen.
Selbstverständlich hat das Ganze nichts mehr mit Scribbeln in seiner ursprünglichen Form zu tun. GUI Prototyping ohne Computer kann aber mit solchen Hilfen oder Werkzeugen um einiges mehr Spaß machen, vor allem wenn man sich selbst nicht als begnadeten Zeichner begreift. Ich jedenfalls finde die Idee klasse und würde mir so eine Schablone für Android wünschen.

2010-06-26

Sagen Sie es weiter!

Mit diesem Eintrag möchte ich etwas Werbung machen, für das Blog meiner Frau Moni. Sie schreibt zwar über ein Thema, das Sie als Leser meines Blogs wahrscheinlich eher nicht interessiert – aber vielleicht kennen Sie ja jemanden in Ihrer Familie oder Freundeskreis. Moni schreibt über Spielpuppen der 60er und 70er Jahre. Der aktuelle Eintrag beschäftigt sich mit der Frage, wie man gute Fotos für den Verkauf auf eBay macht. Und das ist sicher für jeden interessant, der gelegentlich dort Waren verkauft. Also: bitte sagen Sie es weiter.

2010-06-18

An der Oberfläche gekratzt

Vor ein paar Tagen hatte TechCrunch berichtet, das Android-Team werde sich für das Ende 2010 erwartete Gingerbread vor allem die Benutzeroberfläche vornehmen. Ziel sei, Hersteller-seitige Aufsätze und Erweiterungen so unnötig wie möglich zu machen. In der Tat haben HTCs Sense, Motorolas Motoblur/Ninjablur, TouchWiz von Samsung und Sonys schöne Zugaben zum Xperia X10 bislang immer zu langen Wartereien auf neue Firmwareversionen geführt. Dem gegenüber steht aber der zum Teil erhebliche Mehrwert, den die genannten Aufsätze bieten. Diese greifen tief in das System und die mitgelieferten Anwendungen ein und ermöglichen auf diese Weise ein angenehmeres und effizienteres Arbeiten als mit einem nicht facegelifteten Androiden. Wenn nun beispielsweise die eingebaute Kontakte-Anwendung aufgebohrt wird, kann der Hersteller nicht immer auf definierte APIs zugreifen, sondern werkelt direkt an Innereien dieses Programms. Dass sich diese bei der nächsten Android-Version ändern können, ist der Hauptgrund für die oft langen Wartezeiten. Was sind typische Funktionen bzw. Bestandteile von Oberflächen-Aufsätzen?
  • Zusätzliche Widgets und Programme
  • Geänderte, erweiterte oder vollständig neue Home-Screens
  • Änderungen an Themes, Farben und Komponenten
  • Änderungen an bestehenden Apps
Bevor ich auf die einzelnen Bereiche eingehe, soll noch kurz klar gestellt werden, dass eine angepasste Firmware für ein Gerät selbstverständlich aus mehr besteht. Da müssen evtl. Gerätetreiber eingebunden und Anpassungen am Linux-Kern vorgenommen werden. Demo-Versionen und eigene Anwendungen sollen dem Benutzer zur Verfügung stehen und Farben und Logos möchten angepasst werden. Zu hoffen, dass sich die Wartezeiten auf neue Systemversionen für Telefone auf Null reduzieren, wenn es keine alternativen Oberflächen mehr gibt, ist demzufolge leider unrealistisch. Zusätzliche Widgets, Themes, Wallpapers oder Apps sind, sofern sie sauber und nur gegen öffentliche APIs programmiert werden, im Hinblick auf neue Android-Versionen unkritisch. Hersteller sollten sie über den Android Market zum Download anbieten. Google könnte hier helfen, indem man Anwendungsentwicklern die Freiheit lässt, Downloads auf bestimmte Hersteller oder Geräte zu reduzieren. Statt den bestehenden Home-Screen aufzubohren, sollten lieber komplett eigene Varianten programmiert werden. Diese könnten analog zu den eben aufgeführten Apps und Widgets über den Android Market verteilt werden. Problematisch sind also vor allem Änderungen oder Erweiterungen an Codeteilen, über die eigentlich Google die Hoheit hat. Hier wäre es wünschenswert, wenn die Hersteller entsprechende Vorschläge in das Android-Open Source-Projekt einbringen würden. Google müsste sich dann allerdings auch offen für solche Vorschläge zeigen. Tatsache ist: Änderungen an bestehenden Apps vergrößern nicht nur den Aufwand bei Updates, sondern sorgen auch für eine unter Umständen uneinheitliche Bedienung. Bleibt die Frage, welche Zukunft Oberflächen-Aufsätze haben. Für die Hersteller haben sie den Charme, sich vom Mitbewerber absetzen zu können. Auf der anderen Seite verursachen sie einen erheblichen Aufwand bei der Entwicklung, Wartung und Pflege. Und der Unmut der Anwender, lange auf neue Android-Versionen für ihr Telefon warten zu müssen, mag den einen oder anderen dazu bewegen, seine Strategie zu hinterfragen. Auf der anderen Seite stand Android immer für Offenheit. Dass die mittlerweile zahlreichen Androiden sich in mehr als nur Marginalien unterscheiden, macht das ganze Ökosystem aus meiner Sicht so charmant.

2010-06-17

Neues vom Kindle

Kindle installiert Update  Bei aller Begeisterung für neue Apple-Produkte sollte nicht vergessen werden, dass auch andere Firmen veritable Hard- und Software bauen können. Der Kindle von Amazon ist so ein Gerät; er fasziniert und fesselt. Sehr erfreulich ist deshalb, dass der Hersteller (zumindest für neuere Geräte) regelmäßig aktualisierte Systemversionen veröffentlicht. Zuletzt wurde Version 2.5.3 verteilt. (Wer nicht auf das OTA-Update warten möchte, kann die Aktualisierung auch manuell durchführen.)
Das Update bringt so genannte Collections, mit denen sich Bücher und Dokumente gruppieren lassen. Der neue Menüeintrag Create new Collection öffnet einen kleinen Dialog, in dem der Name der anzulegenden Sammlung eingetragen wird.
Eine Collection anlegen 
Eine Collection anlegen
Anschließend kann man der (zunächst natürlich leeren) Sammlung Elemente hinzufügen.
Eine noch leere Collection
Eine noch leere Collection
Und so werden der Sammlung Objekte hinzugefügt:
Hinzufügen und Entfernen von Büchern und Dokumenten
Hinzufügen und Entfernen von Büchern und Dokumenten
Verbesserungen hat es auch bei der Darstellung von PDFs gegeben. Man kann nun nach Belieben in das Dokument hinein zoomen und den sichtbaren Ausschnitt verschieben. Des weiteren lässt sich der Kindle nun mit einem Passwort schützen. Zwei größere Schriftarten sorgen für noch mehr Lesegenuss. Und (in Deutschland war diese Funktion leider noch nicht verfügbar) durch die Integration in soziale Netzwerke können Textpassagen mit Freunden getauscht werden. Ebenfalls spannend finde ich Popular Highlights. Diese Funktion zeigt, welche Passagen andere Leser für interessant halten.