2010-04-29

Nexus One – endlich da

Im März machte eine sensationelle Schlagzeile die Runde: Google schenkt Top-Entwicklern ein Nexus One. Auserkoren wurden all diejenigen, deren App mindestens 5000 mal herunter geladen und durchschnittlich mit mindestens 3,5 Sternen bewertet wurde. Um an das begehrte Superphone zu gelangen, mussten sich die qualifizierten Entwickler bei Google melden. Danach war es geraume Zeit still. Heute war nun für diesen Kreis Weihnachten im April, denn die Geräte wurden ihren Empfängern zugestellt.

An dieser Stelle also ein Unboxing der besonderen Art:

Der nach verschlossene Karton
Der nach verschlossene Karton

Die Verpackung des Nexus One – fast schon ein Schrein
Die Verpackung des Nexus One – fast schon ein Schrein

Ein erster Blick auf das Telefon
Ein erster Blick auf das Telefon

Ein Blick auf die Beigaben 
Ein Blick auf die Beigaben

Das Nexus One in der Rückansicht
Das Nexus One in der Rückansicht

Zu guter Letzt ein in Betrieb genommenes Superphone
Zu guter Letzt ein in Betrieb genommenes Superphone

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Google für dieses tolle incentive bedanken – es ist sehr schön, wenn man als Entwickler eine solche Wertschätzung erfährt. Und natürlich bedanke ich mich bei den Nutzern meines Programms TKBirthdayReminder, die durch den Download, die Nutzung und die vielen tollen Bewertungen dieses Geschenk möglich gemacht haben.

2010-04-26

Swing TaskDialog 1.0 von Eugene Ryzhikov

Eugene Ryzhikov hat Version 1.0 seiner Bibliothek Swing TaskDialog freigegeben. Sie wird unter der BSD Lizenz zur Verfügung gestellt und kann von der Projekthomepage herunter geladen werden. Ryzhikov implementiert Task Dialge, wie sie Microsoft im Abschnitt Dialog Boxes der Windows User Experience Interaction Guidelines beschreibt. Dennoch ist die Bibliothek plattformunabhängig, kann also auch unter Mac OS X eingesetzt werden.

2010-04-25

Wunderschöne Uhr als Hard- und Software

FAZ.NET hatte neulich über eine wunderschöne Uhr berichtet, die Qlocktwo von Biegert & Funk. Das schicke Designerstück präsentiert die Zeit als Wörter, die aus - scheinbar willkürlich zu einem Quadrat geformten - Buchstaben zusammengesetzt werden. Wenngleich die Idee, die Uhrzeit als Satz (Es ist zehn vor sechs) anzuzeigen, nicht neu ist (ich kann mich noch gut an Stefan Radermachers Menüleistenuhr Fuzzy Clock für den Atari ST erinnern), so sieht das Uhren-Quadrat doch einfach genial aus.
Übrigens gibt es dieses schöne Stück auch als App für iPhone und Android. Schade nur, dass die Software nicht gerade viele Funktionen anbietet. So würde ich mir wünschen, die Farben einstellen zu können. Auch wäre es gut, wenn sie sich besser an die Fähigkeiten des Systems anpassen würde. Beispielsweise bietet Android so genannte Live Wallpaper – geradezu prädestiniert für so eine schicke Uhr. Zudem würde sie sich sehr gut als Lock-Screen eignen.

2010-04-11

James Gosling verlässt Oracle

Der Erfinder von Java, James Gosling, hat Oracle verlassen. Auch wenn Gosling schon lange nicht mehr (zumindest nach außen hin sichtbar) die Entwicklung von Java bestimmt hat, so scheint mir das Fehlen DER Galionsfigur doch ein Problem zu sein, dem sich der neue Java-Eigentümer stellen muss. Die Community braucht Köpfe, mit denen sie sich identifizieren kann, die die Rolle einer, hm, Vaterfigur oder Mentor übernehmen. Aber auch inhaltlich braucht das Ökosystem Klarheit. Meiner bescheidenen Meinung nach ist Java derzeit eine riesige Baustelle. Kerntechnologien sind, vornehm ausgedrückt, in die Jahre gekommen. Mit großem Aufwand aus dem Boden gestampfte Plattformen kämpfen verzweifelt um Marktrelevanz. Und die Sprache selbst wird instrumentalisiert, um Elfenbeinturm-Debatten zu führen. Deshalb: beerdigt Java ME. Beerdigt JavaFX. Schafft ein gemeinsames Programmierumfeld für Client- und Webanwendungen. Macht Swing wieder nutzbar. Schafft eine IDE, die wirklich alle Aufgaben sinnvoll erledigen kann. Für das Client-Umfeld bedeutet dies: In den nächsten 5 Jahren kein neues Look and Feel. Dafür Swing an längst etablierte Sprachfeatures anpassen und die Fehler aus der Bug Parade abarbeiten. Dann: allen Swing-Komponenten RICHTIGEN Property Support einhauchen, sie also zu richtigen Beans machen. Properties als Sprachfeature in Java übernehmen, JSR 295 und 296 zur Reife bringen und in den Standard übernehmen. Die Java Beans Spezifikation an das neue Jahrtausend anpassen. Jetzt nur noch NetBeans zum Standard erheben und die schon jetzt gute Integration ausbauen. Sie werden sich sicherlich fragen, warum ich so naive Wünsche äußere... Was Sie eben gelesen haben, ist das, was Microsoft seit geraumer Zeit tut. Und man kann nicht sagen, die Redmonder hätten keinen Erfolg damit.

2010-04-05

Es wird spannend: Apple zeigt das iPhone OS 4

Wie immer, wenn es um Apple geht, verbreiten sich Nachrichten rasend schnell. Tatsache ist. Der Erfinder des iPhone zeigt am Donnerstag, den 8. April, im Rahmen einer so genannten sneak peak das iPhone OS 4.

Die Szene geht ja seit langem davon aus, dass der Sommer eine neue Variante des kalifornischen Edeltelefons bringen wird. Dass in ihm eine stark aktualisierte Version des iPhone-Betriebssystems werkelt, bedarf wenig hellseherische Fähigkeiten. Zu stark wurde in den letzten Monaten der Druck von anderen Herstellern. Zu viele Wünsche blieben bisher unerfüllt. War das iPhone über eine sehr lange Zeit der unangefochtene Innovationsmotor für eine ganze Branche, punkten Android und (das noch nicht erhältliche) Windows Phone 7 mit frischen Ideen. Dass die parallele Ausführung mehrerer Anwendungen Einzug in das System halten wird, halte ich für ziemlich sicher. Interessant wird sein, wie Apple einen solchen Schwenk erklärt. In der Vergangenheit hatte man ja mit Hinweis auf die Akkulaufzeit die Nutzung paralleler Prozesse stark reglementiert.

Ohne Frage werden am Donnerstag einige wiederum wegweisende Funktionen der Öffentlichkeit präsentiert. In anderen Bereichen aber wird man sicher auch Dinge sehen, die andere Plattformen schon jetzt bieten. Wie auch immer, der Wettlauf zwischen Apple und Google ist das Beste, was dem Nutzer passieren kann – so komfortabel zu bedienen waren Smartphones noch nie.

2010-04-03

Beginn einer neuen Ära?

Seit heute wird das iPad in Amerika ausgeliefert. Wie nicht anders zu erwarten war, überschlägt sich die Branche nun mit Testberichten, Spekulationen über seinen Erfolg und vor allem mit der Frage, ob und wie sehr das neue Gerät die Technologielandschaft verändern wird.

Aber, mal ehrlich: ist dieser Bohei unbedingt nötig? Sicherlich können Sie mir jetzt darauf antworten, dass ich mich durch Schreiben dieses Textes auch daran beteilige. Touché. Dennoch würde ich die Betrachtung des Spektakels gerne etwas versachlichen wollen. Apple hat ein Gerät konstruiert, dass ohne Frage verdammt einfach zu bedienen ist. Ob es deshalb gleich einen ganzen Computer ersetzen kann, lässt sich aber doch nicht wissenschaftlich oder allgemeingültig beantworten, sondern ist ganz vom Nutzerverhalten abhängig. Schön ist aber sicher, dass der Käufer dadurch mehr Auswahl bekommt. Das war bei den Netbooks so und wiederholt sich nun mit den Tablet-Computern. Ich habe den Erfolg der Rechenzwerge (Netbooks) ehrlich gesagt nie verstanden – aber das muss ich auch nicht. Denn Tatsache ist, dass viele Anwender ihre Winzlinge lieben. Für sie hat sich der Kauf also gelohnt. Ähnlich verhält es sich mit dem iPad. Leute, die ihr Leben am liebsten vollständig vernetzt verbringen, werden das neue Gerät ohne Frage zu schätzen wissen.

Spannend wird aber die Frage sein, ob das iPad oder der Tablett-Computer ganz allgemein zu so einer Art “Über-Smartphone” wird. Smartphones haben in den letzten Jahren zielstrebig an der Martpräsenz der klassischen Stand alone-Portables (Handy, MP3-Player und Kamera) geknabbert. Klar, unterwegs möchte man eigentlich nicht beliebig viele Geräte herum tragen, sondern im Idealfall eines. Insofern könnte es theoretisch sein, dass irgendwann die Tablets dem Smartphone den Rang ablaufen. Wie realistisch dieses Szenario ist, hängt letztlich davon ab, wie groß ein Gerät aus Nutzersicht sein darf, um noch als portabel durchzugehen. In der Frühzeit der Smartphones haben deren Kritiker oft gewitzelt, sie würden sich nicht freiwillig einen Backstein ans Ohr halten (bezogen auf die Größe solcher Geräte). Da größerformatige Bildschirme quasi von Haus aus nicht für das “ans Ohr halten” geeignet sind, müsste es in Bezug auf die Nutzung als klassisches Telefon also bequeme Alternativszenarien geben. …so eine Art Headset mit ein paar zusätzlichen Knöpfen vielleicht… Wenn das Headset noch ein richtiges Objektiv eingebaut hätte, wäre auch der Digiersatz wieder da. :-) Bevor meine Überlegungen zu spleenig werden, breche ich an dieser Stelle aber lieber ab.

Fazit: Tablets bereichern ohne Frage den Markt der portablen Geräte. Für wen sie geeignet sind, ist letztlich davon abhängig, wie viele Geräte sie ggf. ablösen sollen. In diesem Zusammenhang freue ich mich ganz persönlich darauf, wenn das Entwicklungswerkzeug für den Kindle allgemein zugänglich ist. Denn dann wird ja vielleicht aus einem klassischen eBook-Reader auch eine Art Tablett (mit zugegebenermaßen klassischerer Bedienung).