2012-10-29

Installation von Windows 8

Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht, aber ich habe mich sehr über den Start von Windows 8 gefreut. Frischer Wind tut der Informationstechnologie gut. Und es ist eine wohltuende Ausnahme, dass nicht Apple oder Google im Mittelpunkt stehen. Bevor mich jemand missversteht – das ist weder ironisch noch sarkastisch gemeint. Es war dringend nötig, dass Microsoft zu Innovationskraft zurück findet, denn dieser nervige Krieg zwischen Apple und Android-Land, verbunden mit den unzähligen Schlachten vor den Gerichten dieser Welt, lähmt den Fortschritt. Und schränkt die Wahlmöglichkeit der Konsumenten ein. Wenn Tablets tatsächlich Symbol der “Post-PC-Ära” sind, ist es umso wichtiger, dass es genügend Marktteilnehmer gibt.
Um meinen treuen VAIO auf Windows 8 zu heben, habe ich mir den Upgrade-Assistenten herunter geladen. Er führt folgende Schritte aus:
  • Er überprüft Ihre Hardware, Apps und angeschlossenen Geräte auf ihre Kompatibilität mit Windows 8.
  • Er stellt einen Kompatibilitätsbericht bereit.
  • Er überprüft, ob der PC bestimmte Windows 8-Features unterstützt.
  • Er stellt die Option zum Erwerben, Herunterladen und Installieren von Windows 8 bereit.
Screenshot: Upgrade-Assistent
Screenshot: Kompatibilitäts-Details
Screenshot: Auswahl, was nach Windows 8 übernommen werden soll
Screenshot: Produktempfehlung
Screenshot: Überprüfung des Bestellvorgangs
Screenshot: Beginn der Installation
Screenshot: die obligatorischen Lizenzbedingungen
Screenshot: Was noch zu erledigen ist
Screenshot: Jetzt geht es los
Ich höre jetzt schon die Profis… “So einen Unsinn brauche ich nicht, ich mache das selber”. Natürlich ist die Ausführung des Assistenten nicht nötig. Für mich hat es sich alleine schon deshalb gelohnt, weil ich zu einem fairen Preis und extrem wenig Aufwand an eine Lizenz bekommen bin. Und nach dem Upgrade war der Computer mit allen Programmen, WLAN und UMTS einsatzfähig. Die Alternative, eine System-Builder-Version, ermöglicht nicht in allen Fällen ein Upgrade. Und nach einer Neuinstallation dürfen Sie sich erst mal alle Treiber zusammen suchen.
Selbst wenn Sie eine Neuinstallation machen möchten, rate ich Ihnen, den Upgrade-Assistenten mal auszuprobieren.

2012-10-24

Eclipse-Zeilennummern programmatisch umschalten

Heute habe ich ein Mini-Tutorial für Sie. Wir werden ein kleines Eclipse-Plug-in schreiben, das die Zeilennummern in Editoren ein- und ausschaltet. Wie Sie bereits wissen, geht das auch so. Aber immerhin bekommt das Durchklicken des Assistenten zumindest einen Hauch Praxisbezug.

Ich benutze seit der ersten Version meines Eclipse-Buches Eclipse Classic (früher hieß das Eclipse SDK). Dieses Paket enthält die für die Plug-in-Entwicklung benötigten Zutaten. Wenn Sie zum Beispiel Eclipse IDE for Java Developers verwenden, müssen Sie sich die Bestandteile leider selbst nachinstallieren.

Als Erstes legen wir ein neues Plug-in-Projekt an und hangeln uns durch den Projekt-Assistenten.

Screenshot: erste Seite des Projekt-Assistenten

Screenshot: das Projekt konfigurieren

Screenshot: weitere Angaben zum Projekt

Screenshot: Template "Hello, World Command"

Screenshot: Anlegen des Projekts abschließen

Nach dem Schließen des Assistenten werden Sie unter Umständen mit folgendem Dialog beglückt:

Screenshot: Geeignete Perspektive öffnen?

Sagen Sie einfach Ja.

Das erzeugte Projekt können Sie durch Rechtsklick auf die Projektwurzel im Package Explorer mit Run As – Eclipse Application starten. Haben Sie das Sample Menu entdeckt?

Screenshot: Dialog des Beispiel-Plug-ins

Diesen Dialog werden wir jetzt durch das Umschalten der Zeilennummern ersetzen. Öffnen Sie hierzu bitte die Klasse SampleHandler. Sie enthält unter anderem die Methode execute(). Deren Rumpf tauschen Sie bitte gegen folgendes Codefragment aus:

public Object execute(ExecutionEvent event) throws ExecutionException {
  String lineNumbers = AbstractDecoratedTextEditorPreferenceConstants.EDITOR_LINE_NUMBER_RULER;
  EditorsUI.getPreferenceStore().setValue(lineNumbers, toggle);
  toggle = !toggle;
  return null;
}
Java2html

Eclipse wird an mehreren Stellen schimpfen. Zum einen müssen Sie der Klasse eine statische Variable hinzufügen:

public class SampleHandler extends AbstractHandler {
 
  private static boolean toggle = false;
 
...
Java2html

Um die unbekannten Referenzen aufzulösen, öffnen Sie die Datei plugin.xml im Plug-in Manifest Editor und wechseln dort auf die Registerkarte Dependencies. Klicken Sie auf Add und geben org.eclipse.ui.editors ein.

Screenshot: der Dialog Plug-in Selection

Nach dem Speichern der Datei plugin.xml können Sie in SampleHandler noch die fehlenden Importe korrigieren. Nach dem Starten der Anwendung scheint nach dem Anklicken von Sample Command nichts zu geschehen. Öffnen Sie einfach eine leere Datei aus dem File-Menü.

Natürlich gäbe es an diesem Plug-in einiges zu verbessern. Vielleicht haben Sie ja Lust darauf. Schreiben Sie mir doch, welche Erweiterungen oder Korrekturen Sie vorgenommen haben. Ich freue mich auf Post!

2012-10-21

Visual Studio 2012 Express für Windows Desktop

Kurz vor dem Verkaufsstart von Windows 8 wird viel über dessen Aussehen, den Kachelbildschirm und die neue Art, Apps zu schreiben, diskutiert. Microsoft formt ja ganz bewusst zwei Welten – die neue Kachel-Vollbild-Welt und die klassischen Desktop-Welt. Wie lange letztere noch existieren wird, muss sich zeigen. Ich hoffe, sehr lange, denn meine feste Überzeugung ist, dass es immer Anwendungsgebiete geben wird, die sich nicht mit (den nicht mehr so genannten) Metro-Apps realisieren lassen. In diesem Post werfe ich deshalb einen Blick auf die Installation von Visual Studio 2012 Express für Windows Desktop. Diese Edition bedient die “alte Welt”.
Screenshot: Installation VS2012
Ist Ihnen aufgefallen, dass das Setup über 4 GB auf meinen Rechner schaufeln wird?
Screenshot: Kopiervorgang
Bei dem Installationsassistenten fällt auf, dass er versucht, sich dem Look von Windows 8 (mein Rechner läuft unter Windows 7) anzupassen. Die vier blauen Pünktchen sind übrigens animiert.
Screenshot: Installation abgeschlossen
Der folgende Screenshot zeigt den Splashscreen beim ersten Start.
Screenshot: Splashscreen
Ist Ihnen Nur zu Testzwecken aufgefallen? Dieser Hinweis ist bei mir nach dem Anfordern eines Product Keys verschwunden.
Screenshot: Eingabe des Product Keys
Jetzt ist es mit der Einheitlichkeit des neuen Looks leider vorbei.
Screenshot: Eingabe des Product Keys war erfolgreich
Screenshot: Progress Bar beim erstmaligen Start
Screenshot: Programmstart beendet
Wie wir in einem späteren Post noch sehen werden, findet sich dieser Mix von Oberflächenstilen an verschiedenen Stellen der Entwicklungsumgebung. Möglich ist aber, dass unter Windows 8 dieser Bruch gar nicht zu sehen ist. Dies wäre der Fall, wenn die für die Buttons oder Progress Bars verwendete Bibliothek unter Windows 8 mit einem ähnlichen Look rendert.

2012-10-18

Zeilennummern im Eclipse Editor

Als wir alle noch in BASIC (nein, ich meine nicht VB, sondern CBM BASIC v2 Zwinkerndes Smiley) programmiert haben, waren Zeilennummern allgegenwärtig. Purer Luxus war etwas später der Befehl AUTO, mit dem man Beginn und Schrittweite vorgeben konnte. Der Editor hat dann AUTOmatisch die nächste Zeilennummer vorbereitet. Hm, lang ist’s her…

Java kennt natürlich keine Zeilennummern. Dennoch kann es zur Orientierung hilfreich sein, zu Beginn einer Zeile deren Nummer anzuzeigen. Die Option Show line numbers befindet sich auf der Einstellungsseite Text Editors unter General – Editors – Text Editors.

Einstellungsdialog in Eclipse

Und so sieht das Ganze aus…

Editor mit eingeblendeter Zeilennummer

Update: Thomas Much hat mich daran erinnert, dass man die Zeilennummernanzeige auch über ein Menü steuern kann, das nach einem Klick mit der rechten Maustaste in den linken Randbereich des Editors erscheint.

Editor-Kontextmenü

2012-10-13

JavaScript im Windows-Ökosystem

Zu meiner Rezension des Buches Programming Windows von Charles Petzold habe ich einen sehr interessanten Kommentar erhalten.

> Warum hätte man jemanden auslachen sollen,
> der vor 10 Jahren irgendwas mit Javascript und Windows
> erwähnt hätte?


Zu der Zeit war man in Redmond gerade im C#- und .Net-Himmel. Hier der Link zu einer sehr interessanten Zusammenfassung, insbesondere die Abgrenzung zu Java und Sun ist bemerkenswert. Was ich damit meine ist: vor 10 Jahren hätte es für Microsoft einfach keinen Sinn ergeben, eine nicht im Haus entwickelte Programmiersprache zu promoten. Man darf nicht vergessen, dass es mal Pläne gab, große Teile des Betriebssystems als gemanagten .Net-Code zu realisieren.

> Immerhin ist ja Microsoft dafür bekannt, seine 
> Technologien zu wechseln wie die Unterhosen - der 
> Microsoft-Projekttod ist ja jetzt nichts so seltenes. 
> Im Moment hat's halt grad Silverlight erwischt 
> (ja, ich weiß, offiziell nicht) 

Meine These ist, Microsoft droht, im eigenen Technologiesee zu ertrinken. Ob eine weitere Technologie (Windows RT) da die passende Antwort ist, muss man sehen. Vielleicht weiß ja jemand, der mehr von Microsoft weiß als ich, warum man die Pläne bzgl. einer signifikanten .Net-Ifizierung des Systems aufgegeben hat. Gut, vor 10 Jahren waren Maschinen weitaus weniger leistungsfähig, aber das Problem haben wir ja nichteinmal mehr bei mobilen Geräten. ;-)

> und Javascript - oder zumindest das, was man 
> bei Microsoft dafür hält - ist der neueste 
> Trend. Das kann sich aber auch ziemlich schnell 
> wieder ändern...

Hmm, im Hinblick auf TypeScript glaube ich das nicht.

Auf jeden Fall bedanke ich mich für den klasse Kommentar. So macht Bloggen Spaß...

2012-10-12

Sony Xperia Tablet S (Bildergalerie)

Ich hatte in meinem Post über mein Xperia Tablet versprochen, ein paar Detailaufnahmen zu posten.

Tablet mit Zubehör SGPCV4/H.AE (1/4)Tablet mit Zubehör SGPCV4/H.AE (2/4)Tablet mit Zubehör SGPCV4/H.AE (3/4)Tablet mit Zubehör SGPCV4/H.AE (4/4)oben linksRückseite unten linksoben rechtsunten rechtsunten links
Die Schutzhülle ist natürlich nicht beim Tablet dabei, sondern wird als Zubehör angeboten.

2012-10-11

Programming Windows, Charles Petzold, O'Reilly Media

“Programming Windows”, Charles Petzold, O'Reilly Media
This is a review of Programming Windows (sixth edition) by Charles Petzold. The review is presented in German and English.
Charles Petzold hat mit seinen Büchern Generationen von Programmierern an die Entwicklung von Windows-Anwendungen herangeführt. Und in seinem Werk Code, unbestritten ein Klassiker, erklärt er auf wunderbar anschauliche Weise die verborgene Sprache von Hard- und Software. Mit dem Erscheinen von Windows 8 bietet sich Entwicklern ein riesiges, neues Betätigungsfeld - Windows RT. Damit einher gehen neue Programmiermodelle, neue APIs, neue Sprachen. Hätte vor 10 Jahren jemand vorausgesagt, dass man Windows mit JavaScript wird programmieren können - er/sie wäre ausgelacht worden. Alles in allem also viel Neues. Mit der 6. Ausgabe seines Programming Windows nimmt Petzold den Faden wieder auf und beschreibt, wie man mit C# und XAML Apps für Windows 8 schreibt. Die als E-Book vorliegende Preview ist noch nicht vollständig. Derzeit enthält sie unter anderem Kapitel über die deklarative Gestaltung von Oberflächen, über Event-Handling, die innere Struktur von Apps, Animationen und Übergänge, Touch-Bedienung und Bitmap-Grafiken sowie den Druck. Man merkt dem Buch die langjährige Erfahrung des Verfassers an, denn es ist angenehm zu lesen und die Beispiele sind gut gewählt. Ich freue mich schon sehr darauf, die vollständige Version in Händen zu halten.


Charles Petzold has tought generations of developers how to write Windows programs. And in Code, undoubtedly a classic, he explains the hidden language of computer hardware and software. With the imminent release of Windows 8 a huge playground is opening up for developers. New programming models, APIs and languages long to be revealed and explored. If someone said ten years ago, that JavaScript would be one of the languages of choice for programming Windows, he/she would have been laughed at. In the sixth edition of Programming Windows Petzold picks up the threads again and explains how to write programs for Windows 8 using the C# programming language and XAML. The preview version (which is available as an ebook) is not yet complete. Currently it contains (among others) chapters about the declarative composition of user interfaces, about event handling, the structure of apps, animations and transitions, touch input, bitmap graphics and printing. The book is a pleasure to read. You can almost feel the great experience of the author. I am looking forward to reading the complete version.


Programming Windows, Charles Petzold, O'Reilly Media I review for the O'Reilly Blogger Review Program

2012-10-09

Sony Xperia Tablet S

Vor ein paar Wochen habe ich mir das Sony Xperia Tablet S geholt. Leider ist dieses Produkt ja ein wenig in die Schlagzeilen geraten, weil es als Spritzwasser-geschützt beworben wird, aber aufgrund von Qualitätsproblemen bei der Fertigung u. U. eben doch Wasser eindringen kann. Dumm gelaufen. Dass Sony den Verkauf erst einmal stoppt, finde ich eine gute Sache. Wie das Reparaturprogramm, dass der Hersteller auflegen möchte, aussehen wird, muss sich noch zeigen. Offenbar sind nicht alle bislang ausgelieferten Geräte betroffen. Meines sieht eigentlich recht sauber verarbeitet aus; ich werde am Wochenende ein paar Detailaufnahmen des Chassis machen.
Home Screen mit TKWeek- und TKBirthdayReminder-Widgets
Derzeit ist das Gerät ein Android 4.0-Tablet; wann Jelly Bean kommt, muss man sehen. Als ehemaliger Xoom-Nutzer bin ich Warten ja gewohnt.
Smiley
Sony hat an der Android-Oberfläche zum Glück recht wenig gebastelt. Allerdings sind eine Reihe von Sony-eigenen Anwendungen an Bord. Viele tun irgendwie dasselbe wie Googles Varianten, sehen aber (zumindest teilweise) hübscher aus.
Screenshot der WALKMAN-App
Sonys Variante der Album-App
Spannend sind Mini-Apps – über sie werde ich ganz sicher mehr erzählen.
Mini-Apps
Die Hardware liegt gut in der Hand. Wie bereits geschrieben, gibt es an meinem Gerät verarbeitungsmäßig kaum etwas auszusetzen. Das Tablet wirkt wertig. Und es ist, nicht nur im Vergleich zu meinem Xoom, recht leicht.

2012-10-07

Physikalische Tastatur im Android-Emulator nutzen

Ist Ihnen aufgefallen, dass man derzeit im Android-Emulator keine Texte über die physikalische Tastatur des Hosts eingeben kann? Das ist schon seit geraumer Zeit so – wie lange kann ich aber offen gesagt nicht mehr nachvollziehen.
…jedenfalls ist es nervig – und leicht zu beheben…
Konfiguration eines AVDs
Es reicht nämlich, im Konfigurationsdialog eines virtuellen Geräts (AVD) unter Hardware die Eigenschaft Keyboard support hinzuzufügen und auf yes zu setzen.